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Scriptum . Trash.



» Wenn Texte nicht fertiggestellt werden, wenn sie für nicht gut genug befunden werden, wenn man meint, es habe keinen Sinn mehr mit ihnen - was soll dann mit ihnen passieren? Wegwerfen? Löschen? Verrotten lassen? Eine grauenhafte Vorstellung, denn selbst die kleinste Textstelle kann so viel mehr bergen, als sie auf den ersten Anschein vorgibt, und sie kann tiefer berühren, als man vielleicht glauben möchte.


„Aber, weißt du, was das Gute daran ist?
Du beweist mir, was für eine tolle Schriftstellerin ich eigentlich bin. Ich hätte mir niemals erträumt, so gut zu sein, eine Situation derart perfekt und vorausschauend aufzuschreiben. Denn ich hatte es von Anfang an gewusst, ich war so sicher, wie alles ablaufen würde – und es hat sich alles bewahrheitet.
Die Geschichte damals, die habe ich nicht einfach nur so für dich geschrieben. Wenn ich etwas schreibe, sind da immer hundert Ideen, Gedanken, Vorstellungen dahinter.
Und du glaubst ja nicht wirklich, dass ich gerade bei einer Geschichte über uns keine Hintergedanken hätte?
Im Grunde bin ich sowieso selbst daran Schuld, ganz ehrlich, wie dumm muss ein Mensch, nein, ein Mädchen sein, zu glauben, du würdest dich irgendwann ändern? Wie du siehst, habe ich es wieder einmal geschafft.
Trotzdem, ich danke dir für alles, und vor allem für deine Hilfe – jetzt hab ich endlich meinen Beweis, dass ich eine gute Autorin werden kann.“

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Im Schein der Abendsonne begannen sich die Staubkörnchen zu bewegen.
Sie verließen den Boden, stiegen auf und flogen und schwebten frei durch die Luft, sanft wurden sie von der Brise angestupst und herumgewirbelt.
Die Sonne ging langsam unter, und sie schickte uns ihre letzten Strahlen. Sie tauchte den Himmel in einen zarten Pastellglanz und badete unsere Haut in ihrem natürlichen, orangenem Strahlen.
Und inmitten dieses verzaubernden Lichtspiels sahen diese winzigen Staubkörnchen wie kleine Tänzer aus. Wie kleine Tänzer, die nur erscheinen, um uns mit ihrem magischen Tanz zu fesseln.

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Es war eine eisige Dezembernacht, als er allein auf der nassen Steinstraße stand. Er fror und blickte ungeduldig den Mond an, doch er schwieg ihn nur sanft lächelnd an. Endlich vernahm er die ersehnten Schritte, eilig liefen sie auf ihn zu. Sie war allein an ihrer weiblichen Figur zu erkennen, denn ihr Gesicht in eine finstere Kapuze gehüllt war. Stets wandte sie sich gehetzt um, sie kannte ihre Jäger und wusste, dass sie kein Risiko eingehen durfte. Aus ihrem Gewand zog sie hastig die Schriftrollen hervor und übergab sie ihm. "Du darfst sie niemals verlieren, niemals lasse sie in die falschen Hände geraten. Verstecke sie gut, niemand soll sie finden können, nicht einmal du." Er bestätigte sie mit einem Nicken und im nächsten Augenblick waren sie in der Dunkelheit verschwunden.

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Er hielt ihm die Klinge seines Schwertes an die Kehle.
Er schrie nie. Niemals benutzte er seine Arme als Ausdruck. Oder fing gar an zu Brüllen. Er hatte andere Methoden. Er brauchte nur seine Augen, die neonfarben wie das durchdringende Gleißen einer Elfenaura schimmerten und deren Farbe sich wie eine Leuchtschicht über den gesamten Augapfel zog, zu benutzen.
Und seine messerscharfe Klinge. Verliehen seinen Ahnen, weitergegeben von Generation zu Generation und nun in seinem Besitz. Es war eine Klinge, die genau seinem Wesen angepasst war - erbarmungslos, unberechenbar, böse.
Er starrte ihn an und flüsterte mit kaum hörbarer Stimme: „Verlierer kann ich nicht leiden. Und bei mir gibt es keine zweiten Chancen.“
Sein Gesicht verzog sich zu einem Grinsen und blitzschnell schnitt er ihm die Kehle durch. Blut spritzte auf seine Finger. Er drehte sich zu seinen Gefolgsleuten um, und während er das Blut von seiner Hand leckte, sagte er leise: „Nehmt euch in Acht vor Fehlern.“
Mit kaltem Blick wandte er sich um und verließ eilends den Raum.